Stories
Feb 4, 2026
Carbon Insetting: Wie intelligente Milchviehfütterung Emissionen senkt
Die Milch- und Fleischproduktion verursacht rund 14,5 % der globalen, menschengemachten Treibhausgasemissionen. Rinder tragen dabei etwa zwei Drittel zu den Emissionen des Sektors bei – vor allem durch Methan, das bei der Verdauung entsteht. Langfristig ist eine Reduktion des Konsums von Rindfleisch einer der wirksamsten Hebel, um diese Emissionen zu senken.
HelloFresh erweitert kontinuierlich sein Angebot an vegetarischen und veganen Gerichten und ermutigt Kundinnen und Kunden, häufiger pflanzliche Alternativen zu wählen. Gleichzeitig bleiben Milchprodukte und Rindfleisch Teil unseres Sortiments, um den unterschiedlichen Ernährungsbedürfnissen unserer Kundschaft gerecht zu werden. Deshalb investiert HelloFresh gezielt in innovative Lösungen, die die Klimabilanz tierischer Produkte entlang der Lieferkette verbessern.
Carbon Insetting in der Praxis: Ein neuer Ansatz für die Tierfütterung
Im Rahmen unserer Carbon-Insetting-Pilotprojekte hat HelloFresh gemeinsam mit dem Molkereipartner Royal A-ware untersucht, wie sich Emissionen in der Milchproduktion durch gezielte Anpassungen der Fütterung reduzieren lassen. Milchprodukte gehören zu den emissionsintensivsten Kategorien in unserer Lieferkette und stehen daher im Fokus unserer Dekarbonisierungsstrategie.
Das Projekt startete im Frühjahr 2025 mit Milchviehbetrieben in den niederländischen Provinzen Friesland, Gelderland und Overijssel, die Milch für HelloFresh-Produkte liefern. Gemeinsam mit Tierernahrungsexperten analysierten die teilnehmenden Landwirten ihre bestehenden Futtermischungen und identifizierten emissionsintensive Komponenten, die durch nachhaltigere Alternativen ersetzt werden konnten.
Konkret wurden Palmkernmehl und Sojamehl durch europäisches Rapsprotein ersetzt, um Entwaldungsrisiken zu verringern. Gleichzeitig erhöhten die Betriebe den Einsatz regionaler Nebenprodukte – etwa aus der Getreideverarbeitung, der Zuckerproduktion und dem Brauwesen. Dadurch konnten importierte Futtermittel mit hohen Transport- und Landnutzungsemissionen reduziert werden.
Neben der direkten Emissionsminderung stärkt dieser Ansatz zirkuläre Agrarsysteme, indem Nebenprodukte, die nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sind, sinnvoll weiterverwertet werden.
Um Transparenz und Vergleichbarkeit sicherzustellen, unterstützte HelloFresh zudem die Einführung digitaler CO₂e-Tracking-Tools. Diese ermöglichen es den Landwirten, die Auswirkungen von Futterumstellungen kontinuierlich zu messen und datenbasiert zu optimieren.
Landwirt im Fokus: Wie Simon mit smarter Fütterung Emissionen reduziert
Simon, ein Milchbauer aus Oenkerk im Norden der Niederlande, trat dem Pilotprojekt im April 2025 bei. Eine erste Analyse zeigte, dass seine Milchproduktion etwas mehr als ein Kilogramm CO₂e pro Liter verursachte, wobei ein Großteil der Emissionen auf das eingesetzte Raufutter zurückzuführen war.
Bereits zwei Monate nach der Umstellung konnte Simon die Emissionsintensität seiner Milch um rund 6 % senken – vor allem durch den Austausch von Palmkernmehl gegen Raps im Kraftfutter.
„Ich optimiere das Futter meiner Kühe schon seit Jahren gemeinsam mit meinem Futterberater. Aber das ist das erste Mal, dass wir CO₂ systematisch in unsere Entscheidungen einbezogen haben“, erklärt Simon. „Es ist beeindruckend zu sehen, wie der Austausch einer einzelnen Zutat den CO₂-Fußabdruck unserer Milch deutlich senken kann.“
Aufbauend auf diesen Ergebnissen hat Simon seinen Ansatz weiterentwickelt und 2025 den Maisanbau auf seinem Betrieb ausgeweitet. Dadurch konnte er die Futterzusammensetzung weiter diversifizieren und zusätzliche Emissionsreduktionen während der Winterfütterung erzielen.
Erste Ergebnisse zeigen großes Potenzial
Nach mehr als sechs Monaten Laufzeit liefert das Pilotprojekt vielversprechende Erkenntnisse. Mehrere teilnehmende Betriebe berichten von:
einer Reduktion der CO₂e-Intensität um 5–10 % durch optimierte Fütterung
einem besseren Verständnis der eigenen Emissionsquellen auf Betriebsebene
einer stärkeren datenbasierten Entscheidungsfindung in der Tierhaltung
Die finalen Jahresergebnisse werden nach Abschluss der vollständigen CO₂e-Bilanzierung aller teilnehmenden Betriebe vorliegen.
Carbon Insetting als Hebel für skalierbare Wirkung
Das Milchfutter-Pilotprojekt zeigt, wie Carbon Insetting entlang der Lieferkette messbare Emissionsreduktionen ermöglichen kann – bei gleichzeitiger Stärkung landwirtschaftlicher Betriebe, resilienterer Lieferketten und zirkulärer Wertschöpfung.
HelloFresh wird auch künftig gezielt Insetting-Ansätze testen und skalieren. Durch die Kombination aus Menüinnovation, starken Lieferantenpartnerschaften und datenbasierten Lösungen treiben wir unsere Mission voran: die Klimawirkung der von uns gelieferten Mahlzeiten kontinuierlich zu reduzieren.